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Outdoor-Aktivitäten

SUP zum ersten Mal: vom Rucksack aufs Wasser ohne Stress

SUP zum ersten Mal: 7 Schritte vom Rucksack aufs Wasser

Du willst SUP zum ersten Mal ausprobieren und rechnest fest damit, mehr zu schwimmen als zu paddeln? Willkommen im Club, so fängt jeder an. Hier geht es der Reihe nach vom Rucksack im Flur bis zu den ersten Paddelschlägen auf ruhigem Wasser und wieder zurück.

Was steckt im Rucksack und wo packst du ihn zum ersten Mal aus?

Die meisten aufblasbaren SUP-Boards kommen aufgerollt im Rucksack. Drin sind meist das Board, ein zerlegbares Paddel, eine Handpumpe mit Manometer, die Finne und die Leash. Was genau dabei ist, steht bei jedem Modell im Lieferumfang. Bei Aqua Marina liegt je nach Modell eine Liquid Air V1 (Doppelhub, 2 × 2,2 l) oder V2 (Doppelhub, 2 × 2,6 l) bei.

Pack das Board beim ersten Mal zu Hause aus, im Garten oder auf der Wiese hinterm Haus, nicht am vollen Badestrand mit Publikum.

  • Untergrund: eben, ohne Steinchen, Scherben oder Kiefernnadeln.
  • Teile checken: Board, Paddel, Pumpe, Schlauch, Finne, Leash.

Faustregel: Plane beim ersten Aufbau 20 Minuten ein. Beim zweiten Mal geht es doppelt so schnell.

Auf wie viel PSI pumpst du das Board auf, ohne aus der Puste zu kommen?

SUP zum ersten Mal: 7 Schritte vom Rucksack aufs Wasser – Manometer der Handpumpe
Manometer der Handpumpe

Ein halb aufgepumptes Board knickt in der Mitte ein, Nase und Heck gehen hoch, und du stehst in einer kleinen Mulde. Also Schritt für Schritt:

  • Ventil. Kappe abschrauben und prüfen, ob Sand im Ventil ist. Den Stift in der Mitte in die Aufpumpstellung bringen: Bei den meisten Ventilen ist das die geschlossene, obere Position. Bleibt der Stift unten, entweicht die Luft, sobald du den Schlauch abziehst. Für dein Modell gilt die Anleitung.
  • Schlauch. Am Luftauslass der Pumpe anschließen, nicht am Ansaugstutzen. Das andere Ende aufs Ventil setzen und drehen, bis es sitzt. Nicht knicken.
  • Doppelhub. Am Anfang drückt die Pumpe beim Hochziehen und beim Runterdrücken Luft ins Board.
  • Einfachhub. Wird es schwer, legst du den Schalter um. Pro Hub geht weniger Luft rein, aber es ist deutlich leichter. Rücken gerade, mit dem Körpergewicht drücken statt nur mit den Armen.
  • Manometer. Die meisten aufblasbaren SUPs brauchen 12–15 PSI, der genaue Wert steht aber auf dem Aufkleber am Ventil oder in der Anleitung. Die Nadel bewegt sich oft erst ab etwa 5 PSI. Das ist normal, die Pumpe ist nicht kaputt.
  • Fertig. Schlauch abziehen, Ventilkappe zuschrauben.

Fühlt sich das Board unterm Daumen hart an, heißt das noch lange nicht 15 PSI. Vertrau der Nadel. Den Wert auf dem Aufkleber aber nicht überschreiten: Mehr Luft heißt nicht mehr Tragkraft. Mit der Handpumpe dauert es 5–10 Minuten, beim ersten Mal auch 15. Eine Ersatzpumpe findest du bei den Luftpumpen.

Finne, Leash und Weste: Warum eine Spiral-Leash auf Flachwasser?

SUP zum ersten Mal: 7 Schritte vom Rucksack aufs Wasser – Spiral-Leash für das SUP-Board
Spiral-Leash für das SUP-Board

Die Finne kommt in den Finnenkasten unter dem Heck. Reinschieben und sichern, je nach Modell mit Stift, Schraube oder Klicksystem. Ohne Finne dreht sich das Board wie ein Kreisel und hält keine Richtung.

Die Leash verbindet dich mit dem Board. Ein aufblasbares Board ist leicht, und der Wind treibt es schneller weg, als du hinterherschwimmen kannst. Auf Flachwasser ist eine Spiral-Leash ideal: Die Spirale bleibt aufgerollt, schleift nicht durchs Wasser und verheddert sich nicht an Füßen oder Paddel. Ein Ende kommt an Knöchel oder Wade des hinteren Beins, das andere an den D-Ring am Heck. Auf Flüssen mit Strömung nutzt man ein anderes System, für den Anfang suchst du dir aber ohnehin ruhiges Wasser.

Die Schwimmweste oder Auftriebsweste (z. B. 50 N) ist nicht nur etwas für Nichtschwimmer. Krampf, Erschöpfung, kaltes Wasser oder Panik: Dann zählt jedes bisschen Auftrieb. Zumachen und festziehen, damit sie nicht bis zum Kinn hochrutscht. Westen und Leashes findest du unter Sicherheitsausrüstung.

Check auch die Regeln für deinen See: Manche Seen oder Zonen haben Einschränkungen, anderswo sind Licht oder Pfeife vorgeschrieben.

Die ersten 10 Minuten: So klappt SUP zum ersten Mal

Geh knietief ins Wasser und halte das Board neben dir, damit die Finne nicht am Grund hängen bleibt. Dann:

  • Starte auf den Knien, mittig auf dem Board. Der Tragegriff zeigt dir die Mitte.
  • Aufstehen: Hände aufs Board, dann ein Fuß, dann der andere, genau dorthin, wo die Knie waren. Füße schulterbreit, parallel, Knie leicht gebeugt.
  • Blick nach vorn, zum Horizont oder ans andere Ufer. Das Board fährt dahin, wo du hinschaust. Wer auf seine Zehen starrt, schaut kurz danach den Fischen in die Augen.
  • Winkel des Paddelblatts: Das Blatt ist nach vorn geneigt, Richtung Boardnase. Viele Anfänger halten es verkehrt herum und wundern sich, warum es so zäh geht. Eine Hand oben auf dem Griff, die andere tiefer am Schaft.
  • Der Zug beginnt vor dir und endet auf Höhe der Füße, nicht hinter dem Rücken.

In den ersten zehn Minuten bleibst du in Ufernähe und paddelst parallel zum Ufer, nicht raus auf den See.

Warum gehst du bei ablandigem Wind nie aufs Wasser?

Ablandiger Wind, also Wind vom Ufer Richtung offenes Wasser, ist für Anfänger am gefährlichsten. Direkt am Ufer ist das Wasser glatt und alles wirkt perfekt. Aber mit jedem Meter wird der Wind stärker, und zurück geht es nur gegen ihn. Wenn du auf dem Board stehst, bist du das Segel.

Bei ablandigem Wind bleibst du an Land. Punkt.

  • Bodensee und Chiemsee: Große Seen, auf denen sich schnell Wellen aufbauen. Achte auf die Sturmwarnleuchten am Ufer: Blinken sie, geht es sofort zurück an Land.
  • Starnberger See: Bei Föhn kann es böig werden. Außerdem ist das Wasser im Frühsommer noch richtig frisch.
  • Müritz: Viel offene Fläche, auf der der Wind ordentlich Anlauf nimmt. Für den Anfang lieber eine geschützte Bucht.
  • Baggersee: Klein, überschaubar und oft perfekt für die ersten Versuche.
  • Paddle zuerst gegen den Wind und fahr mit Rückenwind zurück, wenn du schon müde bist.
  • Beachte lokale Sturmwarnungen und den Windbericht, nicht nur die Temperatur.

Reingefallen? Super, jetzt lernst du, wie du wieder raufkommst

Fallen gehört dazu und heißt nicht, dass SUP nichts für dich ist. Wenn du merkst, dass du das Gleichgewicht verlierst, fall zur Seite ins Wasser, nicht aufs Board. In flachem Wasser flach fallen, nicht auf die Füße.

  • Zieh das Board an der Leash zu dir.
  • Greif seitlich den Tragegriff in der Mitte.
  • Gib einen kräftigen Beinschlag wie beim Schwimmen und zieh dich auf dem Bauch aufs Board.
  • Geh auf die Knie, nimm das Paddel und steh in Ruhe wieder auf.

Nach dem dritten Mal läuft das fast von allein.

Wie lässt du die Luft ab, trocknest und verstaust das Board?

  • Spül das Board mit Süßwasser ab, vor allem Ventil und Finnenkasten.
  • Finne abnehmen.
  • Kappe abschrauben, Ventilstift drücken und so drehen, dass er unten bleibt. Die Luft entweicht von selbst, und zwar laut. Also nicht mit dem Gesicht drüberhängen.
  • Board trocknen, bevor du es aufrollst. Ein feuchtes Board riecht nach einer Woche im Rucksack wie ein vergessenes Handtuch nach dem Schwimmbad.
  • Von der Nase Richtung Heck rollen, damit die Restluft durchs Ventil entweicht.
  • Das aufgepumpte Board nicht in der Sonne oder im heißen Auto liegen lassen: Wärme erhöht den Druck.

Welche Länge und Breite zu dir passt, liest du in Das beste SUP-Board für Anfänger. Noch kein Board? Dann schau bei den SUP-Boards vorbei und nimm für den Anfang ein Allround-Modell.

Häufige Fragen vor der ersten Tour

Wie lange dauert das Aufpumpen mit der Handpumpe?

Meist 5–10 Minuten, beim ersten Mal bis zu 15. Wird es schwer, schalte auf Einfachhub um.

Muss ich schwimmen können?

Ja, das empfehlen wir. Zusätzlich Weste an, Leash dran und in Ufernähe bleiben.

Welche Tageszeit ist am besten, um SUP zum ersten Mal zu probieren?

Der Morgen. Ruhigeres Wasser und weniger Zuschauer am Steg. Weht der Wind ablandig, verschieb es.

Kurz gesagt: richtiger PSI-Wert, Finne, Spiral-Leash, Weste und Blick nach vorn. Und wenn du zum ersten Mal auf dem spiegelglatten See stehst, während am Ufer die Brezel auf dich wartet, weißt du, warum alle wiederkommen. Viel Spaß auf dem Wasser!

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